In Zeiten großer Umbrüche fürchten viele Menschen einen Niedergang wie einst im Alten Rom. Und tatsächlich gibt es Parallelen zwischen der Gegenwart und den Krisen der Spätantike – aber auch einen großen Unterschied.
Nach dem Tod Theoderichs des Großen drohte dem Reich der Ostgoten in Italien der Untergang. Aber dem jungen König Totila gelang es, die byzantinischen Heere zurückzuschlagen. Im Dezember 546 siegten seine Truppen im ersten Kampf um Rom.
Weil die Goten 375 n. Chr. vor den „plötzlich“ einbrechenden Hunnen ins Römische Reich flohen, gilt das Jahr als Beginn der Völkerwanderung. Tatsächlich dürften die gefürchteten Reiterkrieger schon über Jahrzehnte Nachbarn gewesen sein.
Gegenwärtig ist wieder viel von der antiken Völkerwanderung die Rede. Doch die Vorstellung von marodierenden Barbarenvölkern, die mit ihren Invasionen das Römische Reich vernichteten, wird von neuen Forschungen korrigiert.
Der Aufstieg des Christentums ist eng mit Kaiser Konstantin verbunden. Obwohl er nicht vor Gewalttaten zurückschreckte, privilegierte er nach seinem Sieg die Anhänger Jesu. 325 lud er zum ersten ökumenischen Konzil, auf dem wichtige Beschlüsse gefasst wurden.
Durch Mord und Totschlag kam 475 der Kindkaiser Romulus Augustulus auf den weströmischen Thron. Seine Absetzung durch germanische Söldner nur wenige Monate später schrieb Weltgeschichte.
Auf einem neu entdeckten Friedhof in Ostengland haben Archäologen ein Prunkschwert geborgen. Die Waffe ist erstaunlich gut erhalten und lässt Rückschlüsse auf die Epoche nach dem Rückzug der Römer zu, als Angeln und Sachsen erste Herrschaften gründeten.
Der Untergang des Weströmischen Reiches 476 n. Chr. wurde immer schon als ferner Spiegel der Gegenwart interpretiert. Die Wissenschaft geht inzwischen von einem ganzen Bündel von Faktoren aus, die zum Zusammenbruch der Weltmacht führten.
Aus einem Massengrab auf einem antiken Friedhof bei Skopje wurden die Skelette von vielen römischen Soldaten geborgen. Wurden sie Opfer eines Strafverfahrens barbarischer Invasoren – oder kämpften sie in einem Bürgerkrieg auf der falschen Seite?
Die Herrschaft des Kaisers Phokas gilt als Tiefpunkt der byzantinischen Geschichte. Im Oktober 610 machte Herakleios dessen Terrorregime ein Ende und exekutierte ein entsetzliches Strafgericht. Damit ließ er es aber nicht bewenden.
Der römische Kaiser Konstantin ließ seine Frau Fausta als „Heil des Staates“ feiern. Bis sie seinen Sohn Crispus 326 einer Verschwörung bezichtigte. Der Grund dafür soll „Liebeswahn“ gewesen sein. Konstantin ließ daraufhin ein Bad präparieren.
Als die Römer nach Germanien kamen, stießen sie auf die kriegerischen Sueben. Später bereiteten ihnen die Alamannen große Probleme. Lange hat man dahinter germanische Völker auf Wanderschaft gesehen. Neue Funde zeigen, wie es wirklich war.
Nachdem sein Vater gestorben war, machte das Heer den vierjährigen Sohn zum Herrscher Westroms. Das wurde zum Vorbild für spätere Kindkaiser und ihre ohnmächtige Existenz. Bis zum Mai 392 rang Valentinian II. mit seinem germanischen Heermeister.
In Nordafrika trieben im 4. Jahrhundert die Circumcellionen ihr Unwesen, christliche Fanatiker, die mit Mord- und Totschlag Terror verbreiteten. Nur ein Beispiel für die dunkle Seite des Christentums.
Irgendwann war es der römische Kaiser Valentinian III. leid, nur eine Marionette seines Heermeisters Aëtius zu sein. Im September 454 lud er ihn in seinen Palast, zog sein Schwert und stürzte sich mit seinem obersten Eunuchen auf ihn.
Mit der größten Flotte, die das Imperium jemals ausgerüstet hatte, versuchten Ost- und Westrom 468 gemeinsam, das Reich der Vandalen in Afrika zu vernichten. Doch mit einem unerhörten Trick gelang es deren König, die Römer zu verbrennen.
Nachdem er mit seinen Reformen das Römische Reich gesichert hatte, erließ Kaiser Diokletian im Februar 303 ein Reskript gegen die Christen. Im gesamten Imperium begannen Verfolgungen. Aber viele Märtyrer bezeugten trotz entsetzlicher Qualen ihren Glauben.
Vergleiche mit Roms Untergang haben Konjunktur. Übersehen wird, dass im Jahr 476 zwar der letzte Kaiser des Westens abgesetzt wurde. Im Osten aber konnte sich Byzanz noch über Jahrhunderte als Großmacht halten. Ein Historiker findet Erklärungen.
Ab dem Ende des 2. Jahrhunderts wurde das Römische Weltreich wiederholt von schweren Seuchen-Epidemien heimgesucht. Eine neue Studie erklärt die großen Bevölkerungsverluste mit einem Klimawandel, der das Imperium in den Abgrund riss.
Ein spektakulärer Tempel-Fund in Umbrien wirft ein Licht auf die Frage, welches Verhältnis Kaiser Konstantin zum Heidentum pflegte. Obwohl er das Christentum förderte, gewährte er den Altgläubigen aus gutem Grund zahlreiche Privilegien.
Ab dem 4. Jahrhundert konnte Rom die Invasoren, die über die Donau drängten, nicht mehr zurückhalten. Gen-Analysen zeigen, wie der Balkan von den Migranten geprägt wurde. Germanen, Reiternomaden aus Asien und Slawen veränderten die Demografie.
Für die Zeitgenossen war die Plünderung Roms durch Alarich und seine Goten im August 410 eine epochale Katastrophe. Doch auch die Eroberer hatten ihre Probleme. Ihre Versorgungslage war prekär, sie waren Flüchtlinge, von Hunger und Not getrieben.
Im Jahr 568 vollzog sich die letzte germanische Reichsgründung auf dem Boden des römischen Imperiums: Die Langobarden überrannten weite Teile Italiens. Aber ihr König provozierte ein Komplott. Seine Nachfolger verspielten die Macht.
Mit der größten Flotte, die das Imperium jemals ausgerüstet hatte, versuchten Ost- und Westrom 468 gemeinsam, das Reich der Vandalen in Afrika zu vernichten. Doch mit einem unerhörten Trick gelang es deren König, die Römer zu verbrennen.
Über die Herkunft der geheimnisvollen Pikten, die in der Spätantike in Schottland auftauchen, gibt es zahlreiche Theorien. Wiederholt zogen sie marodierend durch die römische Provinz. Woher sie stammten, machen neue Gen-Analysen plausibel.
Mit einer komplizierten Nachfolgeregelung wollte der römische Kaiser Konstantin die Macht seiner Dynastie sichern. Aber nach seinem Tod 337 wurde fast die gesamte Sippe von Mordkommandos der Armee umgebracht. „Auf höhere Eingebung hin“?
Schon in der Spätantike diente Ravenna als Kaiserresidenz. Später herrschten Goten und Byzantiner in der Stadt. Im Jahr 662 unternahm mit Konstans II. sogar ein oströmischer Kaiser den Versuch, seinen Sitz nach Italien zu verlegen.
Als letzte germanische Migrantengruppe errichteten die Langobarden ab April 568 ihr Reich auf dem Boden des Imperiums. Um seine Stellung zu sichern, schreckte König Alboin nicht vor bizarren Machtdemonstrationen zurück.
Im 1. Jahrtausend n. Chr. errichteten mehrfach Reitervölker große Reiche in Europa. Man hielt sie für unzivilisierte Barbaren. Dabei waren sie ihren Nachbarn militärisch und zum Teil auch technisch überlegen. Aber sie hatten ein Manko.
Aus niedrigsten Anfängen hatte sich Diokletian bis an Spitze der kaiserlichen Leibwache hochgearbeitet. Nach dem Tod des Kaisers Numerianus 284 n. Chr. vom Heer zum Imperator proklamiert, begann er seine Regierung mit blutiger Symbolik.
Um sich den Hunnen zu entziehen, überschritten gotische Gruppen ab 375 die Donau. Bei Adrianopel stellte sich ihnen der römische Kaiser Valens entgegen. Er verlor Heer und Leben. Die Katastrophe erwies sich als Epochenwende.
Im Krieg gegen Byzanz schickte der persische Großkönig Chosrau II. 626 eine Armee gegen Konstantinopel. Gemeinsam mit dem Heer der Awaren sollte die Stadt erobert werden. Aber beide hatten nicht mit der Flotte der Verteidiger gerechnet.
Das Ende des Weströmischen Reiches im Jahr 476 gehört zu den großen Ereignissen der Weltgeschichte. Eine spektakuläre Ausstellung in Trier sucht nach den Gründen – und macht deutlich, warum Roms Fall bis heute aktuell ist.
Vom alttestamentarischen Israel bis zur Zukunft der Geschichte reicht sein wissenschaftliches Werk: Der Alt- und Kulturhistoriker Alexander Demandt wird 85. Zuletzt hat er über Grenzen geschrieben, bald folgt eine Diokletian-Biografie.
Es heißt, der Hilferuf einer Kaiserin habe den Vandalen Geiserich 455 nach Rom geführt. Tatsächlich folgte der mit seinem Beutezug machtpolitischen Motiven. Tausende Menschen wurden geraubt, sogar die Dächer von Tempeln abgetragen.
Nach dem Tod des Kaisers Theodosius 395 übernahm im Westen der Vandale Stilicho die Regierung. Wiederholt gelangen ihm Siege über die gefährlichen Westgoten. Aber weil der entscheidende Schlag unterblieb, konnte ihr König 410 Rom erobern.
Um die Ostgoten loszuwerden, schickte Ostroms Kaiser sie 488 nach Italien. Vier Jahre später konnte ihr König Theoderich in Ravenna einziehen. Die Partnerschaft, die er dem geschlagenen Odoaker versprochen hatte, endete in einem Massaker.
Antworten auf die Frage, welche historische Wirklichkeit sich hinter dem Nibelungenlied verbirgt, füllen Bibliotheken. Es ist die verfremdete Gesellschaft des Mittelalters, lautet eine These. Die Schurkin des Stücks ist eine Königin.
Von Persern und Awaren bedrängt, stand Ostrom im 7. Jahrhundert am Abgrund. In Kreuzzugsstimmung zog Kaiser Herakleios ins Feld und traf im Dezember 627 bei Ninive auf das Heer des Großkönigs Chosrau II. Nach elf Stunden war alles vorbei.
Weil er das Imperium wiederherstellte, galt die Regierung des Kaisers Justinian I. lange als glanzvolle Epoche. Neue Forschungen zeigen jedoch, dass im 6. Jahrhundert eine Reihe entsetzlicher Katastrophen über die Welt kam.
In den letzten Jahren Roms kamen die Kaiser und starben. So gelangte 475 der junge Romulus Augustulus auf den Thron. Schon ein Jahr später wurde er von dem germanischen Söldnerführer Odoaker buchstäblich in Pension geschickt.
Als Frau eines Goten-Königs und eines römischen Kaisers hatte Galla Placidia bereits eine ungewöhnliche Karriere erlebt. Es folgte eine womöglich inzestuöse Beziehung zu ihrem Bruder und ein Machtkampf, in dem sie 425 zur Regentin aufstieg.
Irgendwann war es der römische Kaiser Valentinian III. leid, nur eine Marionette seines Heermeisters Aëtius zu sein. Im September 454 lud er ihn in seinen Palast, zog sein Schwert und stürzte sich mit seinem obersten Eunuchen auf ihn.
Kaiser Justinian I. hatte wohl nur eine Strafexpedition geplant. Aber der Vorstoß seines Generals Belisar gegen das Vandalenreich in Afrika geriet so erfolgreich, dass die Byzantiner im September 533 in Karthago einziehen konnten.
Nach der Eroberung Roms durch die Westgoten im August 410 plünderten erstmals seit 800 Jahren fremde Truppen die einstige Hauptstadt des Imperiums. Aber für ihren Führer Alarich war das Unternehmen alles andere als ein Triumph.
Ende des 4. Jahrhunderts tauchten im Osten Europas neue Wanderer auf: Reiternomaden, die über überlegene Waffen verfügten und die germanischen Reiche überrannten. Bis heute ist die Herkunft der Hunnen nicht abschließend geklärt.
Im Gegensatz zur Kaiserin Theodora, die aus dem Schauspieler-Milieu ausbrechen konnte, rangierten Mimen und Prostituierte in Byzanz am unteren Rand der Gesellschaft. Doch das war nicht immer so, zeigen neue Studien.
Mit einem riesigen Heer begann der Hunnenkönig Attila 451 die Invasion Galliens. Roms Heermeister Aëtius gelang es, einen Pakt mit den germanischen Königen zu schließen. Auf den Katalaunischen Feldern fiel die historische Entscheidung.
In Nordafrika trieben im 4. Jahrhundert die Circumcellionen ihr Unwesen, christliche Fanatiker, die mit Mord- und Totschlag Terror verbreiteten. Nur ein Beispiel für die dunkle Seite des Christentums.
Mit Terrormilizen forderte der Patriarch von Alexandria um 415 n. Chr. die oströmische Staatsmacht heraus. Prominentestes Opfer wurde die Philosophin Hypatia, die in einer Kirche hingemetzelt wurde.