Um die Vergrößerung Bulgariens zu verhindern, griff Serbien im November 1885 das Nachbarland an. Warum dessen erst im Aufbau befindliche Militärmacht den Gegner stoppen konnte und ihrerseits zum Angriff überging, erklärt sich mit alten Traditionen.
Nationalisten im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina arbeiten seit Jahren an dessen Abspaltung. Neue Gesetze könnten eine Verfassungskrise nach sich ziehen. Drohen dem Balkanstaat noch schwerwiegendere Folgen?
Nach dem Angriff serbischer Paramilitärs auf kosovarische Polizisten ist die Lage auf dem Westbalkan so angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Im Norden des Kosovo lehnen die Menschen die Autorität Pristinas ab. Ein Besuch offenbart, wie groß die Gefahr ist – auch für den Westen.
Nach den Angriffen im Norden des Kosovo ist das Land noch immer in Alarmbereitschaft. Präsidentin Vjosa Osmani nennt die Vorgänge im WELT-Interview gar eine versuchte Annexion. An Deutschland hat sie eine Forderung, um Serbien „zur Rechenschaft zu ziehen.“
Während der Balkankriege in den 90er-Jahren hat die Nato in Serbien und Teile des Kosovo von Nato-Staaten auch DU-Munition abgeschossen. Der serbische Anwalt Srdan Aleksic kämpft seit Jahren für Krebspatienten aus der Region – und verklagt die Nato. Er glaubt, ihre Erkrankungen sind Spätfolgen dieser Einsätze.
Annalena Baerbock fordert Strafmaßnahmen gegen den bosnischen Serbenführer Milorad Dodik. Dieser will den serbischen Landesteil abspalten und wird dabei von Putin unterstützt. Um dem ein Ende zu setzen, muss Baerbock die EU zu einer unkonventionellen Lösung führen.
Bevor Konflikte um den Balkan den Ersten Weltkrieg entfachten, zerfleischten sich seine Nationen gegenseitig. Um den Aufstieg des verhassten Nachbarn zu verhindern, erklärte Serbien 1885 Bulgarien den Krieg – mit einem verblüffenden Ergebnis.
Sechs Balkanstaaten kämpfen um den EU-Beitritt – darunter Serbien, Bosnien und Albanien. Ex-Top-Diplomat Wolfgang Ischinger und die albanische Politikerin Majlinda Bregu warnen im WELT-Interview: Kommen die Länder nicht in die EU, kommen ihre Einwohner.
Mersiha Husagic schlüpft in viele TV-Rollen. Spielte eine Kriminalkommissarin in der Serie „SOKO München“ oder eine Architektin in einem Inga-Lindström-Film. Ihre eigene Geschichte führte sie aus dem Balkankrieg nach Hamburg.
Zur Rettung seiner orthodoxen Glaubensbrüder erklärte Russland 1877 dem Osmanischen Reich den Krieg. In Sichtweite der Hagia Sophia diktierte der Zar dem Sultan einen harten Frieden. Damit drohte der Ausbruch eines Weltkrieges.
Der ungarische Justizminister Trócsányi sieht einen Grundsatzkonflikt mit Verfechtern der „offenen Gesellschaft“: Westeuropa wolle afrikanische Migranten in sein Land drängen. „Ein Problem soll geteilt werden, mit dem wir nichts zu tun haben.“
Außenexperte David McAllister mahnt, die Balkan-Länder schnell für einen EU-Beitritt bereitzumachen. Sonst gerieten die Staaten unter den Einfluss Russlands. Problematisch sei die Politik Serbiens.
Das UN-Tribunal in Den Haag wurde 1993 ins Leben gerufen wurde, um dem Horror der Jugoslawienkriege ins Gesicht zu sehen. Bewältigt haben dieses Trauma bis heute weder die direkt betroffenen Völker noch die übrigen Europäer.
Im Südosten Serbiens, nahe der Stadt Knjazevac, gibt es Orte, in denen kaum noch jemand lebt. Häuser verfallen, die Natur erobert sich Raum zurück. Nur ein paar alte Dorfbewohner harren hier geduldig aus.
Aleksandar Vučić liegt bei der serbischen Präsidentenwahl klar vorn. Er schafft das Kunststück, sowohl der EU als auch Putin zu gefallen. Doch seine Kritiker werfen ihm autoritäre Züge vor.
Unsere Autorin macht eigentlich Urlaub – im ehemaligen Jugoslawien. Vor 20 Jahren war hier Krieg, heute klettern Kinder auf Panzern herum. Was wäre, wenn wir Deutschen vor Gewalt fliehen müssten?
Traurige Nachricht nach dem Schlusspfiff: Während Dario Srna mit Kroatien die Türkei besiegte, erlag sein Vater seinem Krebsleiden. Ob Srna im nächsten Spiel wieder zur Verfügung steht, ist ungewiss.
Kroatien ist auf dem Weg zurück in die 90er-Jahre. Die christlich-konservative Regierungspartei HDZ drückt das Land so spürbar nach rechts, dass Lehrer um die Zukunft ihrer Schüler fürchten.
Im serbischen Wahlkampf geht es nur um ein Thema: in die EU oder lieber doch nicht? Kaum jemand glaubt den Politikern – oder an eine bessere Zukunft. Die Wahl spaltet ein ohnehin gespaltenes Land.
Die mazedonische Regierung plant einen weiteren Wahlbetrug, während der Präsident eine Amnestie für Politiker aussprechen lässt. Doch wegen der Flüchtlingskrise drückt man in Brüssel beide Augen zu.
Sloweniens Premier Cerar fordert eine zweite Verteidigungslinie gegen die Flüchtlingswelle. Er schreibt einen Brandbrief an Merkel und Juncker. Mazedonien könnte eine besondere Rolle zukommen.
Der Machtwechsel in Kroatien könnte dem Land gut tun. Denn die rechtsnationale HDZ braucht die Hilfe der liberalen Reformpartei Most, die Korruption und überbordende Bürokratie eindämmen will.
NRW will die Verfahrensdauer bei Asylanträgen für Menschen vom Westbalkan beschleunigen. 1200 Flüchtlinge sollen deshalb in Landesunterkünften bleiben und nicht erst auf Kommunen verteilt werden.
Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien war eine der großen Herausforderungen der Amtszeit von Madeleine Albright – die damalige US-Außenministerin sieht Parallelen zur Krise in der Ukraine.
Griechenland ist nicht der einzige gescheiterte Staat in Südost-Europa. Die EU ist gefordert, auch im Raum der ex-jugoslawischen Nachfolgestaaten Staatlichkeit zu stiften – sonst tun es andere.
Belgrad ist offiziell EU-Kandidat, aber die Verhandlungen kommen nicht voran. Das hat mit dem Kosovo zu tun – und der engen Bindung an Russland. Die will Premier Aleksandar Vučić auch nicht aufgeben.
Die Lage in Mazedonien nach den Unruhen vom Wochenende hat sich noch nicht beruhigt, da gießen die Nachbarn Öl ins Feuer. Albanien und Kosovo senden unverhohlen Drohungen an die Regierung in Skopje.
Das Kosovo steht kurz davor, eine eigene Armee aufzubauen, um Nato-Mitglied werden zu können. Auch Deutschland wird dabei eine Rolle spielen. Nur: Braucht das Pulverfass Balkan eine weitere Armee?
Der Konflikt zwischen Serben und Kroaten war kein Völkermord: Dieses Urteil aus Den Haag ist unbefriedigend. Denn ein Europa, das sich über seine Vergangenheit nicht verständigt, hat wenig Zukunft.
Auf dem Balkan lagern noch Waffen aus Kriegszeiten. Nun wurde bei Ermittlungen in Deutschland eine serbische Pistole gefunden. Die Grünen warnen mit Blick auf Dschihadisten vor einer „Zeitbombe“.
Das Spiel zwischen Serbien und Albanien musste abgebrochen werden, als eine Drohne eine bizarre Fahne ins Stadion trug. Sie schürt alte Ängste und Großmachtsfantasien auf dem Balkan.
Ein Gericht schreibt den Niederlanden eine Mitschuld am Massenmord auf dem Balkan aus dem Jahr 1995 zu. Doch das Urteil greift zu kurz. Verantwortlich waren viele – im Westen wie bei den UN.
Zum Überleben braucht man nichts als ein Heft und einen Bleistift: In seinem herzzerreißenden Romandebüt erzählt Martin Kordić aus Kinderperspektive vom Bosnien-Krieg. Eine Begegnung.
Kaum haben wir die Krise halbwegs bewältigt, redet Kommissionspräsident Barroso schon über neue EU-Mitgliedsländer vom Balkan. Dabei sollten die Erfahrungen mit Bulgarien und Rumänien eher bremsen.
1913, ein Jahr vor den Schüssen von Sarajevo, führten sechs Balkanstaaten einen Krieg gegeneinander, der fast ein globaler geworden wäre. Am Ende standen Völkermord und Massenvertreibungen.
Es ist Augenwischerei zu glauben, dass aus dem einstigen Kriegsgebiet ein stabiler oder sogar prosperierender Staat geworden ist. Den Verantwortlichen in Pristina ist dieses Problem aber ganz recht.
Der Prozess gegen Ratko Mladic hat begonnen. Der serbische Kriegsverbrecher gab sich bisher unbeugsam, unbelehrbar und manchmal sogar arrogant. Der 70-Jährige ist sich keiner Schuld bewusst.
Irina schafft auf dem Straßenstrich an, als sie in Kalle ihr "Glück" findet. Leider nimmt Regisseurin Doris Dörrie die Träume der Kleinbürger nicht ernst.
Auf der Berlinale 2012 zeigt Angelina Jolie ihr Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey". Es spielt im Bosnien-Krieg. Ein Gespräch über drastische Momente.
Serbien will in die EU. Nicht wenige sehen das mit Argwohn. Der Südosten Europas ist kein Hort der Stabilität. Mit Rumänien, Bulgarien und nun auch Griechenland zog viel Chaos in das europäische Haus. Und: Wer einmal drin ist, der ist drin!
Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag darf im Fall Radovan Karadzic nicht die gleichen Fehler machen, die im Verfahren gegen Slobodan Milosevic begangen wurden.
Finanzpakete wechseln ihre Besitzer. Man weiß nie, was in den Paketen wirklich drin ist. Ursache und Wirkung sind im modernen Finanzgeschäft wie auch bei moderner Waffentechnik weit voneinander geschieden durch ein hochkomplexes Werkzeug: die moderne Informationstechnik.