Kuba war mal sehr angesagt bei westlichen Intellektuellen. Auch der Niederländer Harry Mulisch gehörte zu den Schriftstellern, die sich vom Castro-Regime einladen ließen. 1968 traf er Fidel Castro und staunte über dessen Athletik.
Weltweit boomt die Gig-Ökonomie. Wer aber sind die Diener und Knechte in unserem schönen neuen Zustell-Zeitalter? Tomer Gardi entdeckt in „Liefern“ die Menschen hinter den Kurierfahrern und gibt ihnen ein Gesicht.
Eitelkeiten auf dem Walzerparkett, Abgründe in den VIP-Logen: Stefanie Sargnargel hat eine bitterböse Polemik gegen den berühmtesten Opernball der Welt geschrieben. Genauer gesagt: Vielsagende Dialoge abgelauscht.
Cees Nooteboom erlebte als Kind die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Später zog er als Reporter in die Welt – und wurde zum Inbegriff des postmodernen Romanciers. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.
Philipp Peyman Engel liest aus Leidenschaft. Was er bei Michel Houellebecq, Georges Simenon und Marcel Reich-Ranicki gelernt hat. Und welche beiden Autoren seine persönlichen Helden sind.
In 35 Einheitsjahren sind die Ostdeutschen aus Protest von links nach rechts gewandert. Ein Phänomen, das auch passionierte „Zonenkinder“ überfordert. Deren Autorin, Jana Hensel, hat nun ein neues Buch über den Osten vorgelegt.
1923 besuchte Ernest Hemingway mit seiner Frau Hadley den italienischen Ort Cortina d‘Ampezzo. Ein Ausflug mit einem lokalen Touristenführer ging mächtig schief. In seinem Bericht darüber ließ der Schriftsteller ein grausames Detail aus.
Liegen Depressionen manchmal auf ganzen Familien? Das musste sich unser Autor fragen, als er Jahrzehnte nach dem Suizid seines Vaters auch seine Mutter durch betreuten Suizid verlor.
Was braucht die Liebe, um zu gelingen? Und warum scheitert sie heute so oft? Wir veröffentlichen ein bemerkenswertes Gespräch mit dem Philosophen Peter Trawny, der statt an unbedingte Freiheit an den Zauber der Ehe glaubt.
Nicht nur zur Gender-Ideologie hat Alice Schwarzer klare Meinungen. In ihrem neuen Buch erklärt sie, warum sie schon 1979 gefordert hat, dass Frauen zur Bundeswehr dürfen, und was wirklich an der Ess-Störungs-Epidemie bei Mädchen schuld ist. Ein exklusiver Vorabdruck.
Denis Pfabe erzählt von der Belegschaft eines Baumarkts – in Romanform. In der Gartenabteilung ist kein Blumentopf zu gewinnen. Für mehr Aufregung sorgt die geheimnisvolle neue Kollegin.
Im Januar 2018 wurde der 19-jährige Blaze Bernstein in Orange County mit 28 Messerstichen ermordet, weil er homosexuell und Jude war. Ein aufsehenerregendes Buch erzählt jetzt von den Hintergründen dieses Mordes. Sein Titel: „American Reich“.
Er wanderte mit Aktentasche und Messtischblatt und wurde zum Magier darüber: Wenn Sie in diesem Jahr nur Zeit für ein einziges Buch haben, dann lesen Sie Hans-Jürgen von der Wense, der Ostwestfalen erweckte wie Ostwestfalen ihn.
Kurz nach Kriegsende sah der Schöpfer von „1984“ die Zukunft Europas voraus – in einer Welt, die von einer „Managerklasse“ und wenigen Supermächten beherrscht wird. Sein Text ist heute von erschütternder Aktualität. Hier erscheint er erstmals auf Deutsch.
Studenten lesen keine Literatur mehr – außer bei Justin McDaniel. Der Professor erlöst sie vom Smartphone. Sein Rezept: Ausgerechnet „Bücher, die traurig anfangen, in der Mitte traurig sind und traurig enden“ machen die jungen Leute glücklich und frei.
Der Verleger und Lektor Sebastian Guggolz ist seit Oktober neuer Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Ein Frankfurter Gespräch über ein Bürgertum, das weniger Bücher kauft, kulturelle Kompetenzen in der Krise – und Guggolz‘ erste Eindrücke vom Kulturstaatsminister.
Ein Soziologe erklärt den fehlenden Elan in unserer Gesellschaft, ein Journalist erzählt von der Sechstagewoche – und eine Ex-Staatsanwältin packt über Cum/Ex-Geschäfte aus. Die aktuellen Sachbücher zum Mitreden.
Im Iran werden junge Menschen ermordet, weil sie einen Regimewechsel wollen. So war es auch vor fünf Jahrzehnten. Die Graphic Novel „Persepolis“, die die Verwirrungen der Islamischen Revolution zeigt, wurde zum Sofortklassiker. Warum sich das Wiederlesen lohnt.
Auf den ersten Blick sieht ein schlechter Kriminalroman genauso wie ein guter aus – und schlechte gibt es jede Menge. Wir präsentieren 40 Meisterwerke, mit denen das Lesen wieder Spaß macht.
Das Buch „Was darf Israel?“, ein Streit über die Lage im Nahen Osten, sollte in Kairo vorgestellt werden. Doch die Behörden intervenierten. Der Vorwurf: unklar. Nun jagen Leser in der arabischen Welt nach der verbotenen Übersetzung – und entlarven die Ohnmacht jeder Zensur.
Alle Klischees über Russland seien wahr, sagt Emmanuel Carrère. Der Putin-Kenner gehört zu den Autoren des Films „Der Magier im Kreml“. Hier erklärt er das Mysterium des Ostens – und was es mit dem „III. Rom“ auf sich hat.
Der Holocaust-Überlebende Imre Kertész schrieb mit „Kaddisch für ein nicht geborenes Kind“ einen der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Das Großartig-Niederschmetternde dieses Buches liegt in der Erkenntnis, dass sich vom Vernichtungslager nur in der radikalen Negation erzählen lässt.
Studentenverbindungen sind exotisch geworden, doch es gibt sie bis heute. Warum es seit 1968 weniger wurden und welche Tradition damit verloren zu gehen droht, erklärt ein Experte. Er weiß auch, wie Antisemitismus schon einmal zur Jugendbewegung wurde.
Ein großer Verlag zieht ein Buch zurück. Darin beschreibt eine Mutter, wie der Vater ihr nach der Trennung die Kinder „entfremdete“. Doch Wissenschaftler zweifeln, ob das überhaupt möglich ist. Welche Rolle dabei ein Psychologe spielt, der Gutachten für Christina Block verfasst.
Lily Brett ist Tochter von Auschwitz-Überlebenden. Als Schriftstellerin hat sie aus dem Schweigen ihrer Eltern eine öffentliche Stimme gemacht – lakonisch, humorvoll, unerschrocken. Doch der neue Hass seit dem 7. Oktober entsetzt sie.
Kann man Nobelpreisträger Peter Handke „alternative Fakten“ und AfD-Sound unterstellen? Der Schriftsteller Alexander Schimmelbusch hat es getan. In WELT ist er dafür kritisiert worden. Hier antwortet Schimmelbusch auf den Artikel von Mladen Gladić.
Thomas Mann hat den Schnee im „Zauberberg“ poetisiert. Doch Skifahren konnte der Flachländer nie gut. Seine Tochter lachte ihn aus. Ganz anders der Schwarzwälder Hesse. Da zog sich Mann lieber ins Hotel zurück. Was er dort sah, weckte „tiefes erotisches Interesse“.
Hat Peter Handke „Brüder im Geiste“ in der AfD? Das meint jetzt ein Schriftstellerkollege. Er stützt sich dabei auch auf ein Interview, von dem Handke sich schon seit Langem distanziert hat.
Das Geschäft mit dem LSD boomt. In sozialen Medien gilt „Microdosing“ als Mittel für Wellness und Persönlichkeitsentwicklung. Begeistert berichten Frauen von seiner heilsamen Wirkung. Der Gesetzgeber ist machtlos, weil Chemiker einen Trick anwenden.
Totgesagt, aber nie tot geglaubt: Erdöl ist – Erderwärmung hin, Energiewende her – der Stoff der Stunde. Ob unter dem Eis der Arktis oder in Fässern in Venezuela. Was den Menschen der Moderne mit dem Schwarzen Gold verbindet, wusste vor hundert Jahren schon ein großer deutscher Dichter.