Um sich zu rehabilitieren, unternahm Vasco Núñez de Balboa 1513 eine Expedition über den Isthmus von Panama. Seiner Brutalität fielen Indianer und die eigenen Leute zum Opfer. Nach 18 Tagen machte er eine bahnbrechende Entdeckung.
Nachdem die Magd Anna Maria Schwägelin im Armenhaus von Besuchen eines merkwürdigen Mannes berichtet hatte, verhandelte 1775 das Kriminalgericht Kempten den Fall. Es befand auf „Teufelsbuhlschaft“, die „die Tods Straf verdiene“.
Mit seinen Ausgrabungen in Babylon leitete Robert Koldewey ab 1899 ein archäologisches Großunternehmen, das Maßstäbe setzte. Eine Metropole wurde wiederentdeckt, darunter der Tempel des Marduk und die Prozessionstraße.
Während Queen Victoria mit ihrer Prüderie Maßstäbe setzte, wurden in Paris die Tabus für erotische Darstellungen ausgehöhlt. Für den ersten Striptease gab es 1894 noch eine Geldstrafe. Kaum zehn Jahre später wurde eine Tänzerin zum Weltstar.
Die Eroberung des amerikanischen Westens ist ohne seine Handfeuerwaffe nicht denkbar: 1836 begann Samuel Colt mit der Produktion seines robusten Revolvers. Als sechsschüssiger „Peacemaker“ wurde er zum Mythos der Frontier.
Um seine Schulden zu begleichen, überließ Kaiser Karl V. 1528 dem Handelshaus der Welser das heutige Venezuela. Statt sich dem Landesausbau zu widmen, setzten die auf schnelle Gewinne in „El Dorado“. Das verärgerte die spanischen Rivalen.
Der Hohenzoller Friedrich III. galt als vergleichsweise liberal. Doch als er im Jahr 1888 den Thron bestieg, hatte er nur noch 99 Tage zu leben. So bleibt die Frage: Was wäre gewesen, wenn er länger Zeit gehabt hätte?
Der erste Band ihres „Deutschen Wörterbuchs“ erschien ab 1852, der letzte war 1961 erst abgeschlossen. Zwei Phänomene erklären die unglaubliche Arbeitsleistung von Jacob und Wilhelm Grimm. Der deutschen Sprache galt nur ein Teil davon.
Als Feldherr, Geldgeber und Organisator hatte Wallenstein dem Kaiser die Macht gerettet. Aber als der Generalissimus sich nach 1632 daran machte, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden, witterte sein Herr Verrat und entsandte die Mörder.
Ein Agent, der zur Projektionsfläche vieler Männer aufstieg: Im Januar 1962 begannen die Dreharbeiten zum ersten 007-Film „James Bond jagt Dr. No“. Der Hauptdarsteller Sean Connery war gar nicht erste Wahl gewesen.
Auf der Flucht vor der Strafexpedition der Royal Navy erreichten die Meuterer von der „Bounty“ 1790 die Insel Pitcairn. Doch was zunächst als ein verstecktes Paradies erschien, entpuppte sich bald als Hölle aus Gewalt und Eifersucht.
Mit seiner Fließbandproduktion revolutionierte der US-Unternehmer Henry Ford ab 1914 nicht nur den Autobau. „Fließbandarbeit“ wurde zum Synonym für monotone Massenfertigung, die Charlie Chaplin in seinem Meisterwerk karikierte.
Aufgrund manipulierter Beweise musste der französische Offizier Alfred Dreyfus 1894 in Haft. Im Januar 1898 kam Bewegung in den Fall – der Schriftsteller Emile Zola schrieb deshalb seinen Essay, der bis heute fortwirkt.
Bei Eisenbahn-Bauarbeiten in den USA hatte Phineas Gage 1848 einen brutalen Unfall: Eine Eisenstange durchschlug seinen Schädel. Weil er überlebte, wurde sein Fall zu einem der wichtigsten für die moderne Hirnforschung.
Bei Lützen wollte Gustav II. Adolf von Schweden im November 1632 den Vormarsch der Kaiserlichen unter Wallenstein stoppen. Während der Schlacht verlor der König den Kontakt zu seiner Truppe und wurde von mehreren Schüssen getroffen.
Um die japanische Invasion Malayas abzuwehren, lief der britische Admiral Tom Phillips im Dezember 1941 mit zwei Schlachtschiffen aus Singapur aus. Überzeugt von der Stärke seiner Flak, verzichtete er auf Luftunterstützung. Ein Fehler.
Lange hatten die Briten über Indiens blutige Traditionen hinweggesehen. Generalgouverneur Bentinck aber wollte es nicht mehr hinnehmen, dass Witwen mit ihrem toten Mann verbrannt wurden. 1829 erließ er ein weitreichendes Gesetz.
Tote pflasterten seinen Weg: Der Kolumbianer Pablo Escobar schwang sich in wenigen Jahren zum mächtigsten und reichsten Kriminellen der Welt auf. Am 2. Dezember 1993 endete das Leben des Drogenbarons im Kugelhagel.
In Haft nehmen konnte die SED den Dissidenten Robert Havemann 1976 nicht – weil er krank war und schon 1943 bis 1945 im Gefängnis gesessen hatte. Also erhielt der Kritiker Hausarrest. Doch das beeindruckte ihn nicht.
Von 1939 bis 1975 herrschte Francisco Franco über Spanien. Benito Mussolini war sein Vorbild, doch anders als Italiens Diktator hielt sich Franco von Hitler so fern wie nur möglich. Der Kalte Krieg half ihm beim Machterhalt.
Lange hatte der „Peoples Temple“ des kalifornischen Predigers Jim Jones als Vorbild sozialen Engagements gegolten. Bis im November 1978 ein US-Abgeordneter die Siedlung im Urwald von Guyana besuchte. Auf ein Massaker folgte der Massenselbstmord.
Selbst als sie eine weltberühmte Autorin war, hat sich Astrid Lindgren als schwedische Bauerstochter stilisiert. Im wahren Leben war sie dagegen eine „Jazzböna“, die sich stellvertretend für die Gesellschaft die alten Zöpfe abschnitt.
Ein Könner und völlig skrupellos: Seit seinem 23. Lebensjahr war Heinz Felfe im Milieu der Nachrichtendienste tätig. Er wurde der wichtigste Spion des KGB im Bundesnachrichtendienst, flog auf – und hatte nach seinem Austausch noch nicht genug.
Niemand konnte wie er für Frieden im Nahen Osten plädieren wie der ehemalige israelische General und Kriegsheld Jitzchak Rabin. Ein rechtsextremer Israeli ermordete ihn am 4. November 1995. Ein Attentat mit schlimmen Folgen.
Da Japan seine Basis in China blockierte, führte der kaiserliche Admiral Graf Spee im Herbst 1914 sein Geschwader nach Südamerika. Vor Coronel wurde er von britischen Schiffen gestellt. Aber die Deutschen hatten die bessere Artillerie.
„Wegen Schmähungen gegen die heilige Religion“ wurde der Abenteurer Casanova 1755 im Staatsgefängnis von Venedig eingekerkert. Dessen Bleikammern galten als ausbruchsicher. Aber der Häftling bewies nach 15 Monaten das Gegenteil.
Geboren und aufgewachsen in Berlin, sprach der australisch-britische Journalist Sefton Delmer perfekt Deutsch. Das nutzte er im Zweiten Weltkrieg für getarnte Rundfunkpropaganda. Besonders bekannt wurde sein „Soldatensender Calais“.
Eine Demütigung zu viel: Der Weltkriegsveteran und Geheimdienstoffizier Oleg Penkowski bot sich 1960 den USA als Spion an. Bis zu seiner Festnahme am 22. Oktober 1962 wurde er die wichtigste westliche Quelle in Moskau. Ein Schauprozess folgte.
Findelkinder, die von Tieren aufgezogen werden, gibt es immer wieder in der Weltliteratur. Unsterblich geworden ist der Junge Mogli aus Walt Disneys Zeichentrick-Klassiker. Der Riesenerfolg gerade in Deutschland hat einen besonderen Grund.